Fragen und Antworten

1Wie wird das Areal heute genutzt?
Der aktuell einzige reguläre Nutzer auf den Flächen ist die European Metal Recycling GmbH (EMR) im südwestlichen Bereich des Roßterminals. Ansonsten gibt es auf den renovierungsbedürftigen und teilweise baufälligen Flächen nur temporäre Nutzungen.
2Auf welcher Bedarfsermittlung basiert die Planung?
Die Bedarfsermittlung für die Vorbereitungsmaßnahme und potenzielle Nutzungsoptionen im Endausbau leitet sich aus den Zielen des Hafenentwicklungsplans 2025 sowie einer Beobachtung der Umschlagsentwicklung der letzten Jahre und der globalen Trends durch die HPA ab.
3Welche Ziele sollen mit der Umstrukturierung erreicht werden?
Die wesentlichen Ziele ergeben sich aus dem Hafenentwicklungsplan 2025 (HEP 2025). In diesem wird die Umsetzung nachfolgender Punkte angestrebt:
  • den Standort als vorbildhaftes Projekt für künftige Hafenentwicklungen nach innen umzustrukturieren,
  • neue Maßstäbe für eine flexible und effiziente Flächennutzung sowie eine wirtschaftliche Hafenentwicklung zu setzen,
  • hafentypische Nutzungen anzusiedeln, die eine hohe Wertschöpfungstiefe erzielen, möglichst viele Arbeitsplätze schaffen und Vorteile für ansässige Firmen bringen,
  • das aktuell stark eingeschränkte Angebot an Flächen kurz- und mittelfristig zu verbessern,
  • vorhandene und renovierungsbedürftige Flächen zu (re-)aktivieren, deren Nutzungseffizienz zu verbessern und damit einen Beitrag zur ressourcenschonenden Hafenentwicklung zu leisten und
  • die Wettbewerbsposition des Hamburger Hafens langfristig zu sichern und zu stärken.
4Welche Nutzungen sollen sich in Steinwerder Süd ansiedeln?
Die Beobachtung der Marktsituation durch die HPA hat gezeigt, dass eine steigende Nachfrage nach großen zeitgemäßen Hafenflächen zu verzeichnen ist, die schon heute nur teilweise befriedigt werden kann. Zudem fragen viele kleine und mittelständische Unternehmen Flächen nach, für die das Angebot absehbar begrenzt ist. Meist werden Flächen gesucht, die kurz- bis maximal mittelfristig verfügbar sind. Kriterien für die spätere Auswahl der Nutzer durch die HPA werden die voraussichtliche Wertschöpfung, die Impulse für den Arbeitsmarkt der Metropolregion Hamburg, die möglichen Vorteile für ansässige Firmen sowie die Stärkung des Hamburger Hafens und seiner Konkurrenzfähigkeit sein.
5Warum muss der Oderhafen aufgehöht werden?
Die am Oderhafen vorhandenen Terminals (Hansa- und Roßterminal) sind renovierungsbedürftig und teilweise baufällig. Darüber hinaus bietet die aktuelle Flächenstruktur beider Terminals mit ihren relativ schmalen Kaizungen kein ausreichendes Potenzial für eine zeitgemäße Hafennutzung. Dies gilt besonders, da aus Flutschutzgründen eine Aufhöhung des Areals notwendig ist. Eine reine Ertüchtigung der bestehenden Kaianlagen wäre aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht sinnvoll.
6Wo kommen die Böden für die Aufhöhung des Areals her?
Für die Aufhöhung des Oderhafens und des gesamten Areals werden große Mengen an Böden benötigt, insgesamt knapp 2,9 Mio. Kubikmeter. Aus dem Rückbau der Höftspitzen Roßhöft und Oderhöft können rund 1,1 Mio. Kubikmeter genutzt werden; rund 400.000 Kubikmeter stehen aus dem Umbau des nahe gelegenen Spülfelds Kreetsand/Spadenlander Busch zu einem Tideauengebiet zur Verfügung. Die fehlenden knapp 1,5 Mio. Kubikmeter können aus weiteren Hafen- und Infrastrukturprojekten in der Metropolregion akquiriert werden.
7Wie viele Arbeitsplätze sollen in Steinwerder Süd entstehen?
Ein Kriterium für die spätere Auswahl der Nutzer werden die voraussichtlichen Impulse für den Hamburger Arbeitsmarkt sein. Das heißt, dass nicht nur die Zahl der künftig in Steinwerder Süd arbeitenden Menschen, sondern auch die Arbeitsmarkteffekte für Hamburg und die Metropolregion insgesamt betrachtet werden.
8Wer ist der Projektträger für den Hafenstandort Steinwerder Süd?
Das Projekt wird von der Sparte Port Estate & Maritime Affairs der Hamburg Port Authority (HPA) umgesetzt. Die verantwortlichen Mitarbeiter für das Vorhaben sind Hans-Jürgen Bock (+49 40 42847-2370) und Christoph Dette (+49 40 42847-5298).
9Wie ist die Zeitplanung für die Umstrukturierung?
Der mehrstufige Planungs- und Bauprozess sieht voraussichtlich folgenden Zeitablauf vor:
  • 08/2019: Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens für Vorbereitungsmaßnahme durch die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
  • 19.09.-18.10.2019: Öffentliche Auslegung der Pläne durch die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
  • 03-05/2020: Ausschreibung und Vergabe der Baumaßnahme, Kampfmittelräumung für Vorbereitungsmaßnahme
  • Erörterungstermin
  • Abschluss des Planfeststellungsverfahrens für die Vorbereitungsmaßnahme
  • Beginn Ausführung der Vorbereitungsmaßnahme
10Wie ist die Wasserflächenbilanz der Umstrukturierung?
Beim Hafenumbau für Steinwerder Süd werden 8,3 Hektar Landfläche zurückgebaut und 10,4 Hektar Wasserfläche überbaut. Daraus resultiert bei diesem Vorhaben eine negative Wasserflächenbilanz von 2,1 Hektar.
11Wie beeinflusst das Projekt die Tidedynamik bzw. den Tidehub der Elbe?
Die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) hat die möglichen Auswirkungen der Umstrukturierung des Standortes Steinwerder Süd u.a. auf die Wasserstände und Strömungen sowie den Wasseraustausch innerhalb des Hamburger Hafens ermittelt. Die Studie kommt dabei u. a. zu folgenden Aussagen:
  • Durch die geplanten Maßnahmen ändern sich die Tidehoch- und Tideniedrigwasserstände nur sehr wenig mit einem Betrag weit unterhalb des Schwellenwertes. Es kommt zu keinen mess- und beobachtbaren Auswirkungen.
  • Die Tideströmungen ändern sich mit einem Betrag oberhalb des Schwellenwertes von 0,02 m/s nur im Nahbereich, im Roßhafen, im Vorhafen, im Ellerholzhafen sowie im Travehafen.
  • Die Umstrukturierung von Steinwerder Süd verändert die Sedimentation im Bereich der Unterelbe nicht signifikant.
  • Das Tidevolumen des Gebietes Ellerholzhafen, Oderhafen und Travehafen wird verringert. Die für den Austausch von 90% des dort befindlichen Wassers benötigte Zeit im Ausbauzustand ist damit um bis zu 17% kleiner als im planerischen Ist-Zustand, wobei die Veränderung stark vom Tideszenario (hoher/niedriger Tidehub) abhängt.
Die BAW kommt in ihrer hydrologischen Studie zu dem Schluss, dass durch das Vorhaben Steinwerder Süd keine signifikanten bzw. mess- und beobachtbaren Auswirkungen auf die Tidedynamik zu erwarten sind.
12Wie hoch sind die Investitionskosten für das Projekt?
Die Investitionssumme für das Projekt und auch die Finanzierung hängen von den später ausgewählten Nutzungsvarianten ab.